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Solinger Morgenpost  04.03.2004
Immer mehr Eltern wünschen den integrativen Unterricht:
28 Anmeldungen fürs erste Schuljahr
 
Wer geht zur Hauptschule ins Boot?

(RP). Der Handstand zählt zu den kniffligeren Übungen für Grundschüler. „Schau mal “, rufen die Kinder, als ein Mitschüler aus ihrer Klauberger Grundschulklasse nach unten schwingt und von einem Freund an den Beinen abgestützt wird, damit er kopfüber das Gleichgewicht halten kann. Wenn Partner einander helfen, klappt's mit der Turnübung.

Vorbehalte überwunden
Die Szene aus dem Sportunterricht ist in dem Film zu sehen, der einmal über den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern gedreht wurde. Integrativer Unterricht - für Jürgen Isermann, Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam leben lernen“, ist das sowieso eine Erfolgsgeschichte. Er kann sich noch gut an die Diskussionen und Vorbehalte erinnern, als es um die Gründung einer integrativen Klasse ging. Vor siebeneinhalb Jahren startete die Grundschule Klauberg mit den ersten fünf behinderten Kindern in einem ersten Schuljahr. Inzwischen sind integrative Klassen an den Grundschulen Gottlieb-Heinrich-Straße, Westersburg und Klauberg zur Selbstverständlichkeit geworden. Fürs neue Schuljahr nach den Sommerferien sind diesmal sogar 28 behinderte Kinder von ihren Eltern angemeldet worden. „Es stehen aber maximal 18Plätze zur Verfügung“, berichtet Isermann der Morgenpost mit Blick auf die Ungewissheit bei den Eltern, weil mit zehn Ablehnungen zu rechnen ist. Wegen des umfänglichen Verfahrens dürfte wieder erst im Frühsommer über die Aufnahme entschieden werden. „Es besteht ein Netzwerk“, beschreibt er das Fundament des Miteinanders in den integrativen Kindergärten wie Pinoccio I und II, Alsenbande, Waldorfkindergarten und neuerdings auch dem evangelischen Kindergarten an der Wiener Straße.

Gewinn fürs Schulprofil
Wie sich die Bilder gleichen: Als es um die Fortsetzung des gemeinsamen Unterrichts im fünften Schuljahr ging, war es erneut schwierig, Mitstreiter zu finden. Vor dreieinhalb Jahren ist schließlich in der Hauptschule Höhscheid die erste integrative Klasse eingerichtet worden - ein Jahr später folgte die Hauptschule Ohligs. Beide Schulen sind heute Schwerpunktschulen geworden, um im jährlichen Wechsel dauerhaft die Integration in der Sekundarstufe I zu sichern. „Ein großer Gewinn für die Kinder, Eltern und Kollegen. Wir machen sehr gute Erfahrungen“, heißt es bei den Hauptschullehrern. Dies scheint sich bis zu den Realschul- und Gymnasiallehrern noch nicht herum gesprochen zu haben. Wer jetzt Interesse zeigt, könnte so wie die beiden Hauptschulen am Ende die Nase vorn haben und das eigene Schulprofil um einen Akzent bereichern. „Der integrative Unterricht kann an der Hauptschule nicht aufhören“, steckt Dezernent Hartmut Hoferichter den Kurs ab.

Von GÜNTER TEWES

 



 © 2017: Michael Kotthaus

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 20.09.2018