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Solinger Morgenpost  07.02.2001
Gemeinsamer Unterricht könnte in Klasse 5 doch noch gelingen - neue Strömungen:

Hauptschule will die Integration

(RP). Gut möglich, dass im kommenden Schuljahr doch noch eine Klasse 5 mit behinderten und nicht behinderten Kindern entsteht: Hauptschule will die Integration. Das wird derzeit ausgelotet. Bis Mitte März soll die Entscheidung fallen. Am Central wird dies jedoch nicht passieren, obwohl Rektor Gottfried Clemen bereits im Mai vergangenen Jahres Interesse für das Unterrichtsmodell bekundet hat. Ihm fehlt aber der Platz für die zusätzliche Integrationsklasse. Seit vier Jahren müssen an dieser beliebten Hauptschule Kinder abgewiesen werden. Bei den Anmeldungen vor einem Jahr waren dies sogar 35 Jungen und Mädchen.

"Was ihr braucht, steht auf der Tafel!" Zügig steigen Klassenlehrerin Angela Kazubowski und Sonderschullehrerin Klaudia Schepanek in der 5a der Hauptschule Höhscheid nach der großen Pause in die Mathestunde ein. Lange Erklärungen brauchen die Kinder nicht. Sie wissen, worauf es ankommt. - Eine Unterrichtssituation mit Symbolcharakter.

Doch bei aller Normalität - in der Höhscheider Klasse 5a ist eines außergewöhnlich: Vier geistig und zwei lernbehinderte Kinder sind unter den 18 Schülern. Es ist die erste Integrationsklasse mit behinderten und nicht behinderten Kindern in der Sekundarstufe I - ein Unterrichtsmodell, für das im neuen Schuljahr noch keine weiterführende Schule zugesagt hat.

Viele Aspekte berücksichtigen

Warum ist es so schwierig? "Es gibt ein ganzes Bündel von Gründen", beschrieb Dezernentin Eva Krings gestern gegenüber der Morgenpost die Hürden. Klaus Blasberg und Peter Wirtz, für die Gymnasien beziehungsweise die Gesamtschulen im Sprecherrat der Rektoren, sehen dies ähnlich. Ein riesiges Problem ist, dass Gymnasien, Gesamt- aber Realschulen ohnehin bereits aus allen Nähten platzen.

"Integrationsklassen bedeuten zusätzlichen Schulraum", hieß es mit Blick auf den Schülerberg beim kommenden Anmeldetermin. Statt der 30 Kinder sind beim gemeinsamen Unterricht ein Drittel weniger Jungen und Mädchen in einer Klasse. Dadurch würden die raren Plätze nach knapper, sagte Peter Wirtz.

Höchst schwierig ist es aus Sicht von Klaus Blasberg, ein so komplexes Thema wie die Integration jetzt in vergleichsweise kurzer Zeit an einer Schule grundsätzlich zu entscheiden. Die Debatte darüber müsse sich in der gesamten Schule entwickeln. "Das geht nicht in einer einzigen Konferenz", hob Wirtz ebenso hervor. "Es setzt in der Schulgemeinde einen breiten Diskussionsprozess voraus."

"Zu optimistische Erwartungen"

Johannes Motz, für die Realschulen im Sprecherrat, warnte vor ausschließlich optimistischen Erwartungen auf die Integration nach der gemeinsamen Grundschulzeit. "In der Pubertät laufen die Wege der Kinder auseinander." Dann seien die Möglichkeiten der Integration nicht so gegeben.

"Auf keinen Fall" sollte nach den Worten von Michael Kotthaus vom Vorstand des Vereins "Gemeinsam leben lernen" eine weiterführende Schule zur Integration gezwungen werden. "Sie sollte überzeugt werden." Die "gute und wertvolle Arbeit" in Sonderschulen will der Verein bei der Diskussion nicht außen vor lassen. "Es darf hier nicht der Eindruck entstehen, dass ein geistig oder lernbehindertes Kind an einer Sonderschule am allerschlechtesten aufgehoben ist", so Kotthaus; und weiter: "Gewünscht ist hier eine Wahlmöglichkeit.

Nachdem die behinderten Kinder vier Jahre Grundschule mit Spaß und Freude gemeistert haben, wollen viele Eltern den integrativen Weg weiter gehen."

Von GÜNTER TEWES

 


 © 2017: Michael Kotthaus

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 17.11.2018