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Solinger Morgenpost  09.06.2004
Gesprächsabend des Vereins „Gemeinsam leben lernen“ zum Gemeinsamen Unterricht

„Eltern sollen Kinder in Sonderschulen schicken“


(RP). Jürgen Isermann ist nicht nur verunsichert, er ist auch verärgert. Kurz vor den Sommerferien sorgt Landesschulministerin Ute Schäfer mit einem Erlass bei Lehrern und Eltern für Unruhe. „Durch diese Regelung ist die Existenz des Gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Kindern bedroht“, machte Isermann deutlich.

Der Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam leben lernen“ lud am Montagabend in die Walder Gaststätte Al'Bundy zu einem Gesprächsabend ein. Rund 30Lehrer und Eltern folgten dem Ruf des Vereins. 30 Anmeldungen liegen derzeit in Solingen für behinderte Kinder an Regelgrundschulen vor. Durch die geplanten Sparmaßnahmen könnten lediglich zehn Kinder einen Platz in Klassen des gemeinsamen Unterrichts bekommen. „Es ist ja mittlerweile schon so, dass den Eltern bei der Beratung nahe gelegt wird, ihre Kinder in eine Sonderschule zu schicken“, ereiferte sich Isermann.

Dass sich der Landeserlass nicht gegen den Gemeinsamen Unterricht, sondern gegen die gesamte sonderpädagogische Förderung richtet, stellte Karin Weise-Schmidt klar. „Wir müssen dort ansetzen, wo Kinder in der Grundschule verbleiben, ohne eine solche Förderung zu erhalten“, betonte die Mutter und Sonderpädagogin, „denn es kann nicht im Sinne der Eltern sein, wenn die Kinder dort ohne Förderung bleiben.“ Lisa Hollstegge ist Sonderschullehrerin an der Grundschule Westersburg. „Jede Grundschule wird in Solingen wohl diesbezüglich ihr eigenes Konzept vorlegen“, erklärte sie. Derzeit unterhalten in der Klingenstadt drei Grundschulen Klassen des Gemeinsamen Unterrichts (GU).

„Das ist ein ganz mieses Gefühl“

„Wir sind selber nicht erbaut darüber, dass wir jetzt wohl nur noch vier Kinder in unsere GU-Klasse aufnehmen können“, bedauerte sie. Sowohl Lehrer, als auch Eltern sprachen sich eindeutig für einen Erhalt der bisherigen Kapazitäten im Gemeinsamen Unterricht aus.

Sabine Lübering ist Mutter eines behinderten Kindes, das nach den Sommerferien die erste Klasse besuchen wird. „Es ist ein ganz mieses Gefühl, weil man ganz genau weiß, dass das Kind benachteiligt und behindert ist“, sagte sie. Sie fühle sich vom Land nicht nur schlecht informiert, sondern überrumpelt: „Man muss warten und warten und bekommt doch keine Information. “

Bürgermeisterin Ulla Feldhaus (SPD) regte in der Gesprächsrunde an, in naher Zukunft eine Informationsveranstaltung für Eltern mit Verantwortlichen des Landes zu organisieren. „Es hat ja keinen Zweck, sich über Wochen damit zu befassen, ohne etwas Genaues zu wissen“, unterstrich sie.

 

 © 2017: Michael Kotthaus

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 21.07.2018